SJCC Swiss-Japanese Chamber of Commerce
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Scholarship Fund/Reports & Testimonials/Scholarship Reports

David Iselin

Final Report

Vorwort
Fünf Bahnhöfe und U-Bahnstationen haben meinen Aufenthalt in Japan, besser gesagt in Tôkyô, geprägt. In chronologischer Reihenfolge: Tawaramachi, Shibuya, Yotsuya-Sanchôme, Ryôgoku, Kachidoki. In der Nähe von Tawaramachi, Yotsuyasanchôme und Ryôgoku habe ich gewohnt, beim Bahnhof Shibuya Japanisch gelernt und bei der UBahnstation Kachidoki gearbeitet. Die fünf Bahnhöfe liegen in fünf verschiedenen Bezirken (Taitô-, Shibuya-, Shinjuku-, Sumida- und Chûô-Bezirk). Da Tôkyô aus 23 solchen Bezirken besteht, wage ich zu behaupten, dass ich mich nun in einem Fünftel Tôkyôs zumindest ein wenig auskenne.

Da ich bereits in meinem Zwischenbericht über meine Erlebnisse im ersten Halbjahr berichtet habe, kommen die Bahnhöfe Tawaramachi, Shibuya und Yotsuya- Sanchôme nur noch kurz zur Sprache. Währenddessen ich den anderen zwei Bahnhöfen ein wenig mehr Platz einräumen möchte.

Kürzlich sah ich mir den wunderbaren Anime-Film «Tôkyô Godfathers» an, in dem drei Stadtstreicher in einem Hinterhof Tôkyôs ein Findelkind entdecken. Selten habe ich mich mehr gefreut, in einem Film altbekannte Gebäude (fotorealistisch gezeichnet) wie die zwei auf der Westseite des Banhhofs Shinjuku stehenden Hochhäuser des «Tôkyô Tochô» (Sitz der Präfekturregierung Tôkyôs), gebaut von Kenzô Tange, zu sehen. Oder den Park in der Nähe, in dem ein paar Obdachlose ihre blauen Zelte aufgeschlagen haben. Wäre ich nicht in Tôkyô gewesen, hätte ich diesen Orten wohl wenig Beachtung geschenkt. Von mir unbeachtet wären auch die chinesischen Schriftzeichen auf dem Bild «Gilt» von Robert Rauschenberg aus der Serie «Japanese Recreational Clayworks » (gesehen in einer Léger-Ausstellung in der Fondation Beyeler) geblieben, hätte ich nicht jeden Tag versucht, mir die japanische Schrift mit eben diesen Zeichen anzueignen. Kurzum: es hat sich mir in Japan eine neue Welt aufgetan.